Afrika

Reiseimpfungen für Madagaskar: Empfehlungen, Gelbfieber-Regel und Malaria

Für Madagaskar gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Polio (Kinderlähmung), je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Hohes Risiko.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Madagaskar auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)

Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet müssen alle Personen über neun Monate geimpft sein; laut AA kann der Nachweis auch nach einem Umstieg in Addis Abeba oder Nairobi unabhängig von der Aufenthaltsdauer verlangt werden.

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Polio (Kinderlähmung) In Madagaskar wurde Polio (cVDPV-1) nachgewiesen. Bei Aufenthalten über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben eine Impfung vor der Ausreise vor, die Nachweispflicht wird laut AA derzeit nicht umgesetzt.
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Typhus
Tollwut Impfstoffe und Immunglobuline sind im Land nur sehr begrenzt erhältlich.
Cholera Nur bei längerer Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten, etwa im medizinischen Bereich oder in der Katastrophenhilfe.
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Hohes Risiko

Laut AA besteht ganzjährig ein hohes Risiko im ganzen Land einschließlich der Städte, in der Hauptstadt Antananarivo ein mittleres. Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen und besprechen Sie eine Vorbeugung sowie für abgelegene Gebiete eine Notfallselbstbehandlung ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Dengue-, Chikungunya- und Rift-Valley-Fieber kommen ganzjährig landesweit vor; zu den verfügbaren Impfungen gegen Dengue und Chikungunya sollten Sie sich individuell beraten lassen.
  • Im zentralen Hochland ist die Pest endemisch, die durch Rattenflöhe übertragen wird.
  • Baden Sie wegen Schistosomiasis nicht in Süßgewässern.
  • Wegen Ciguatera rät das AA, auf Seefisch und Meeresfrüchte zu verzichten.
  • Giftschlangen gibt es nicht, wohl aber giftige Spinnen, Skorpione und andere Tiere; schütteln Sie Schuhe und Kleidung vor dem Anziehen aus.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für Madagaskar ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio. Wichtiger als jede einzelne Impfung ist der Malariaschutz: Laut AA und DTG besteht ganzjährig im ganzen Land ein hohes Risiko, in der Hauptstadt Antananarivo ein mittleres. Weitere Impfungen hängen von Reisestil und Dauer ab.

Einreise: Gelbfieber und die Frage des Umstiegs

Wer direkt aus Deutschland einreist, muss laut Auswärtigem Amt (AA) keine Impfung nachweisen. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt Madagaskar dagegen von allen Personen über neun Monaten eine Gelbfieberimpfung. Madagaskar selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Ein Punkt, der viele Reisende betrifft: Zahlreiche Flugverbindungen führen über Addis Abeba oder Nairobi. Laut AA kann bei solchen Transitreisen der Gelbfieber-Nachweis gefordert werden, unabhängig davon, wie lange Sie sich am Umsteigeflughafen aufhalten. Die WHO-Liste nennt dagegen eine Grenze von zwölf Stunden Transit. Klären Sie Ihre Flugroute deshalb vor der Beratung und lassen Sie die Frage dort einschätzen. Die Gelbfieberimpfung erhalten Sie in Deutschland nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen.

Kombinieren Sie Madagaskar mit einem Aufenthalt in Kenia oder Tansania, gelten die Gelbfieberregeln beider Länder zusätzlich.

Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt

Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Empfehlungen zusammen. Zur Einordnung:

  • Für alle Reisenden: Hepatitis A und Polio. In Madagaskar wurde Polio (cVDPV-1) nachgewiesen. Für Aufenthalte über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben eine Impfung in einem bestimmten Zeitraum vor der Ausreise vor, laut AA wird die Nachweispflicht derzeit aber nicht umgesetzt. Ob bei Ihnen eine Auffrischung nötig ist, prüft Ihre Praxis.
  • Nach individueller Indikation: Dengue, Hepatitis B, Typhus und Tollwut.
  • Cholera: Eine Beratung ist nur sinnvoll, wenn Sie längerfristig in Cholera-Epidemiegebieten arbeiten, etwa im medizinischen Bereich oder in der Katastrophenhilfe.
  • Standardimpfungen: Halten Sie die Impfungen nach STIKO-Kalender aktuell, das AA hebt Masern besonders hervor.

Tollwut wird vor allem über Hunde übertragen. Impfstoffe und Immunglobuline sind laut AA im Land nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich, was bei langen Überlandfahrten und Aufenthalten in abgelegenen Regionen ins Gewicht fällt. Eine Dengue-Impfung empfiehlt die STIKO nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten. Zu den verfügbaren Impfungen gegen Dengue und Chikungunya rät das AA zu einer individuellen Beratung.

Malaria, Dengue und andere Risiken durch Insekten

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko im ganzen Land, auch in den Städten. In Antananarivo ist das Risiko mittel. Über 99 Prozent der Fälle sind Malaria tropica. Für Gebiete mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich zum Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Für Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von einer Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt sind, empfiehlt es eine Notfallselbstbehandlung. Was zu Ihrer Reise passt, klären Sie ärztlich, Grundlagen erklärt der Ratgeber Malaria-Schutz.

Chikungunya, Dengue und Rift-Valley-Fieber kommen laut AA ganzjährig landesweit vor. Schützen Sie sich deshalb tagsüber und nachts: lange Kleidung, regelmäßig Mückenschutzmittel, nachts ein Bettnetz. Praktische Tipps finden Sie im Ratgeber Dengue und Mückenschutz. Im zentralen Hochland ist außerdem die Pest endemisch, überwiegend als Beulenpest, übertragen durch Rattenflöhe. Meiden Sie Kontakt zu Ratten und anderen Nagetieren.

Fieber während oder nach der Reise ist ein Warnzeichen. Lassen Sie es umgehend ärztlich abklären und weisen Sie auf den Aufenthalt in Madagaskar hin.

Was von der Reiseart abhängt

Reiseart Worauf es besonders ankommt
Rundreise mit Nationalparks ganzjähriges Malariarisiko, lange Überlandfahrten, Tollwut bei Tierkontakt
Badeurlaub an der Küste Malariarisiko auch am Strand, Ciguatera, verunreinigte Strände
Aufenthalt in Antananarivo mittleres Malariarisiko, Pest im zentralen Hochland, eingeschränkte Versorgung
Trekking, abgelegene Regionen Notfallselbstbehandlung besprechen, giftige Tiere, weite Wege zur Klinik
Langzeit, Projektarbeit Hepatitis B, Typhus und Tollwut eher Thema, Wasser- und Lebensmittelhygiene

Hygiene, Wasser und Tiere

Reisedurchfälle, Hepatitis A und E, Shigellose, Typhus und Wurmerkrankungen treten laut AA auch bei Reisenden auf. Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs und achten Sie auf Lebensmittel- und Händehygiene. Baden Sie nicht in Seen und Flüssen, denn Schistosomiasis kann schon bei geringem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden. Wegen Ciguatera, einer Vergiftung durch belasteten Fisch, rät das AA, auf Seefisch und Meeresfrüchte zu verzichten.

Giftschlangen gibt es in Madagaskar laut AA nicht, wohl aber giftige Spinnen, Skorpione, Hundertfüßer und bestimmte Raupen und Frösche. Schütteln Sie Schuhe, Kleidung und Bettzeug vor der Benutzung aus. Nach einem Tierbiss oder Kratzer waschen Sie die Wunde mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Meiden Sie Fleisch unklarer Herkunft und rohe tierische Produkte, denn Rift-Valley-Fieber kann auch über infizierte Wiederkäuer übertragen werden.

Medizinische Versorgung vor Ort

Laut AA ist die Versorgung selbst in der Hauptstadt nicht zufriedenstellend, außerhalb von Antananarivo fehlt vielerorts Fachpersonal. Notfall- und Basisversorgung gibt es mit Einschränkungen in den großen staatlichen Krankenhäusern und einigen Privatkliniken. Apotheken haben nur ein stark begrenztes Sortiment, Fälschungen kommen vor. Stellen Sie deshalb eine vollständige Reiseapotheke zusammen, nehmen Sie Ihre regelmäßigen Medikamente mit und schließen Sie eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung ab.

Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Planen Sie die reisemedizinische Beratung früh ein, denn Impfungen, Malariavorsorge und Reiseapotheke müssen aufeinander abgestimmt werden. Nach STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Einen ersten Überblick gibt der Reiseimpf-Check, eine passende Praxis finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin.

Häufige Fragen zu Madagaskar

Brauche ich für Madagaskar eine Gelbfieberimpfung?

Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist, muss laut Auswärtigem Amt geimpft sein, wenn er älter als neun Monate ist. Nach einem Umstieg in Addis Abeba oder Nairobi kann der Nachweis unabhängig von der Aufenthaltsdauer verlangt werden.

Wie hoch ist das Malariarisiko in Madagaskar?

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein hohes Risiko im ganzen Land einschließlich der Städte, in Antananarivo ein mittleres. Über 99 Prozent der Fälle sind Malaria tropica. Mückenschutz, Vorbeugung mit Medikamenten und eine mögliche Notfallselbstbehandlung besprechen Sie ärztlich.

Welche Impfungen empfiehlt das Auswärtige Amt für Madagaskar?

Für alle Reisenden Hepatitis A und Polio, außerdem aktuelle Standardimpfungen mit besonderem Blick auf Masern. Nach individueller Indikation kommen Dengue, Hepatitis B, Typhus und Tollwut hinzu.

Wann sollte ich mich vor einer Madagaskar-Reise beraten lassen?

Möglichst früh, weil mehrere Impfungen und die Malariavorsorge geplant werden müssen. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen.