Afrika
Reiseimpfungen für Südafrika: Pflicht, Empfehlungen und Malaria im Kruger-Gebiet
Für Südafrika gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Südafrika auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 1 Jahr)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, etwa in Nairobi oder Addis Abeba, muss die Impfung nachweisen; das AA empfiehlt sie wegen möglicher Verspätungen auch bei kürzerem Transit über ein solches Land.
Malaria
Regional unterschiedlich
Das Risiko hängt laut AA von Region und Jahreszeit ab: Im Nordosten der Provinzen Limpopo und Mpumalanga einschließlich des Kruger-Nationalparks ist es von September bis Mai hoch und von Juni bis August mittel, in KwaZulu-Natal und den übrigen Teilen von Limpopo und Mpumalanga ganzjährig gering. Die südlichen Landesteile sind malariafrei. Besprechen Sie Mückenschutz, eine mögliche Vorbeugung und für abgelegene Gebiete eine Notfallselbstbehandlung ärztlich.
Weitere Gesundheitshinweise
- HIV ist in Südafrika sehr weit verbreitet, Kondome schützen bei sexuellen Kontakten.
- Bilharziose wird in Süßgewässern in Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Ostkap bei Port Elizabeth übertragen.
- Südafrika liegt in einer Zone erhöhter UV-Strahlung, auch an Küsten mit kühlem Wind ist Sonnenschutz wichtig.
- Das AA rät, nur Wasser sicheren Ursprungs zu trinken und auf Lebensmittelhygiene zu achten.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für Südafrika ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Als Reiseimpfung empfiehlt das Auswärtige Amt vor allem Hepatitis A, bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition zusätzlich Hepatitis B und Tollwut. Malaria kommt nur im Norden und Nordosten vor, am stärksten im Kruger-Gebiet zwischen September und Mai. Kapstadt, die Garden Route und die übrigen südlichen Landesteile sind malariafrei.
Einreise: Gelbfieber und Transit
Laut Auswärtigem Amt (AA) gibt es bei direkter Einreise aus Deutschland keine Pflichtimpfungen. Südafrika selbst ist kein Gelbfiebergebiet. Ein Nachweis wird aber verlangt, wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen. Das gilt auch, wenn Sie dort mehr als 12 Stunden im Transit verbracht haben. Das AA nennt als Beispiele Umstiege in Nairobi oder Addis Abeba. Weil Flüge sich verspäten können und die Transitzeit nicht immer nachvollziehbar ist, empfiehlt das AA die Impfung auch bei kürzerem Transit über ein solches Land.
Wenn Sie also über Ostafrika fliegen oder Südafrika mit Kenia verbinden, sollten Sie die Gelbfieberimpfung frühzeitig besprechen. Eine einzige Impfung gilt laut AA inzwischen als lebenslanger Nachweis im internationalen Reiseverkehr. Sie erhalten sie nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen.
Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt
Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Einstufung zusammen. Zur Einordnung:
- Für alle Reisenden: Hepatitis A.
- Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition: Hepatitis B und Tollwut. Das AA nennt als Beispiele Selbstfahrer unter Campingbedingungen, Kontakt zu Wildtieren und Projektarbeit im Tierschutz.
- Cholera: laut AA nur sehr selten angezeigt, etwa bei Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten.
- Standardimpfungen: Prüfen Sie Ihre Impfungen nach STIKO-Kalender. Welche das bei Erwachsenen sind, erklärt der Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.
Im Vergleich zu vielen Fernreisezielen ist der Impfaufwand für Südafrika überschaubar. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die Route, denn die Unterschiede zwischen Kapstadt und dem Lowveld im Nordosten sind groß.
Malaria: Wo und wann das Risiko besteht
Das Malariarisiko hängt laut AA und DTG von Region und Jahreszeit ab. Mehr als 99 Prozent der Fälle sind Malaria tropica.
| Region | Malariarisiko laut AA |
|---|---|
| Nordosten von Limpopo und Mpumalanga, inklusive Kruger-Nationalpark und benachbarter Parks | hoch von September bis Mai, mittel von Juni bis August |
| KwaZulu-Natal, inklusive iSimangaliso und Hluhluwe-iMfolozi | ganzjährig gering |
| Übrige Teile von Limpopo und Mpumalanga, etwa Waterberg, Marakele, Madikwe | ganzjährig gering |
| Südliche Landesteile, etwa Kapstadt und Garden Route | malariafrei |
Schützen Sie sich in Risikogebieten vor allem in der Dämmerung und nachts konsequent vor Mückenstichen, mit Mückenschutzmittel, langer Kleidung und Bettnetz. Für Gebiete mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Für Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von einer Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt sind, rät das AA zur Mitnahme von Medikamenten für eine Notfallselbstbehandlung. Welche Variante für Ihre Reise passt, klären Sie ärztlich. Hintergründe erklärt der Ratgeber Malaria-Schutz.
Bekommen Sie nach einer Reise in den Nordosten Fieber, auch Monate später, lassen Sie umgehend eine Malaria ausschließen und erwähnen Sie die Reise.
Was von der Reiseart abhängt
| Reiseart | Worauf es besonders ankommt |
|---|---|
| Städtereise Kapstadt, Johannesburg | Hepatitis A, Standardimpfungen, Lebensmittelhygiene |
| Mietwagen entlang der Garden Route | malariafrei, Sonnenschutz, Versicherung mit Rücktransport |
| Safari im Kruger-Gebiet | saisonales Malariarisiko, Mückenschutz, ärztliche Beratung zur Vorbeugung |
| Camping, Selbstfahrer, Tierkontakt | Hepatitis B und Tollwut in Betracht ziehen |
| Weiterreise nach Namibia oder Ostafrika | Gelbfieber-Regeln und Malaria der Nachbarländer prüfen |
Wer Südafrika mit Namibia verbindet, sollte beide Länder gemeinsam in der Beratung durchgehen.
HIV, Wasser, Bilharziose und Sonne
HIV ist laut AA das größte Gesundheitsproblem in Südafrika und in der erwachsenen Bevölkerung sehr verbreitet. Kondome schützen bei sexuellen Kontakten. Tuberkulose ist für Reisende vor allem in medizinischen Einrichtungen oder bei längerem Aufenthalt in beengten Wohnräumen ein Thema.
Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Reiseerkrankungen. Das AA rät, nur Wasser sicheren Ursprungs zu trinken, kein Leitungswasser, und auf Lebensmittel- und Händehygiene zu achten. In Süßgewässern in Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Ostkap bei Port Elizabeth kann Bilharziose übertragen werden, baden Sie dort nicht im offenen Süßwasser.
Südafrika liegt in einer Zone erhöhter UV-Strahlung. Sonnenschutz mit Kopfbedeckung und hohem Lichtschutzfaktor ist wichtig, auch an Küsten mit kühlem Seewind.
Medizinische Versorgung vor Ort
Die Versorgung ist laut AA insgesamt gut. Private Krankenhäuser in großen Städten haben europäisches Niveau, staatliche Häuser fallen dahinter zurück, auf dem Land ist die Versorgung schlechter. Für Behandlungen wird grundsätzlich Vorkasse verlangt, teils in erheblicher Höhe. Eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ist deshalb dringend angeraten.
Zeitplan und Kosten
Planen Sie die reisemedizinische Beratung einige Wochen vor der Abreise ein. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Eine passende Praxis finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin, einen ersten Überblick gibt der Reiseimpf-Check. Was gesetzliche Kassen bei privaten Reisen übernehmen, erklärt der Ratgeber Kosten für Reiseimpfungen.
Häufige Fragen zu Südafrika
Brauche ich für Südafrika eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt ist ein Nachweis nötig, wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren. Wegen möglicher Verspätungen empfiehlt das AA die Impfung auch bei kürzerem Transit über ein solches Land.
Gibt es im Kruger-Nationalpark Malaria?
Ja. Laut Auswärtigem Amt und DTG ist das Risiko im Nordosten von Limpopo und Mpumalanga einschließlich des Kruger-Nationalparks von September bis Mai hoch und von Juni bis August mittel. Besprechen Sie Mückenschutz und eine mögliche Vorbeugung vor der Reise ärztlich.
Brauche ich für Kapstadt und die Garden Route Malariaschutz?
Die südlichen Landesteile sind laut Auswärtigem Amt malariafrei. Eine Vorbeugung mit Medikamenten ist für diese Regionen daher kein Thema, solange Sie nicht in den Norden oder Nordosten weiterreisen.
Welche Impfungen brauche ich für eine Selbstfahrer-Tour mit Camping?
Das Auswärtige Amt nennt Selbstfahrer unter Campingbedingungen ausdrücklich als Beispiel, bei dem neben Hepatitis A auch Hepatitis B und Tollwut in Betracht kommen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüft das anhand Ihrer Route.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Südafrika, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand 2026-10)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022-11)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026 (Stand 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Empfehlungen von STIKO und DTG zu Reiseimpfungen (Stand 2026-07)
- WHO: International Travel and Health, Country List (vaccination requirements and WHO recommendations) (Stand 18.11.2022 (revidiert 03.01.2023))