Afrika
Reiseimpfungen für Marokko: Empfehlungen, Tollwut und Hygiene
Für Marokko gilt bei der Einreise: Kein Nachweis vorgeschrieben. Vorgeschrieben ist je nach Situation Polio (Kinderlähmung). Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Marokko auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Kein Nachweis vorgeschrieben
Marokko verlangt laut WHO keinen Gelbfieber-Impfnachweis, und im Land besteht kein Übertragungsrisiko. Für Reisen nach Marokko ist eine Gelbfieberimpfung daher nicht erforderlich.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Das AA und die WHO-Länderliste nennen für Marokko kein Malariarisiko. Mückenschutz bleibt sinnvoll, weil Sandmücken in der Dämmerung und nachts Leishmaniose übertragen können.
Weitere Gesundheitshinweise
- Sandmücken übertragen in der Dämmerung und nachts Leishmaniose, vereinzelt wurde auch West-Nil-Fieber gemeldet.
- Tollwut wird vor allem über Hunde übertragen; suchen Sie nach einem Biss umgehend ärztliche Hilfe.
- Reisedurchfall, Hepatitis A und Typhus kommen auch bei Reisenden vor, achten Sie auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.
- Die meisten Strände haben eine gute Wasserqualität, punktuell können Abwassereinleitungen ein Infektionsrisiko bedeuten.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für Marokko sind bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfungen vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen, besonders gegen Masern. Hepatitis B, Tollwut und Typhus kommen nach individueller Abwägung hinzu. Gelbfieber und Malaria sind für Marokko kein Thema, wichtiger sind Hygiene beim Essen und Abstand zu Hunden.
Einreise: Keine Pflichtimpfungen
Laut Auswärtigem Amt (AA) sind für die direkte Einreise aus Deutschland keine Impfungen vorgeschrieben. Laut WHO verlangt Marokko keinen Gelbfieber-Nachweis, und im Land besteht kein Übertragungsrisiko. Eine Ausnahme betrifft Polio: Wer aus einem Land mit lokaler Polio-Übertragung einreist, muss unter Umständen eine Polio-Impfung nachweisen. Für Urlauber, die direkt aus Deutschland kommen, spielt das keine Rolle. Bei längeren Reisen über mehrere Länder sollten Sie es in der Beratung ansprechen.
Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt
Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Einstufung zusammen. Zur Einordnung:
- Für alle Reisenden: Hepatitis A. Die Erkrankung wird über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen und tritt laut AA auch bei Reisenden auf.
- Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Tollwut und Typhus. Ob sie für Sie sinnvoll sind, hängt von Reisedauer, Unterkunft und Aktivitäten ab.
- Standardimpfungen: Prüfen Sie Ihre Impfungen nach STIKO-Kalender. Das AA hebt den Schutz gegen Masern besonders hervor. Was für Erwachsene dazugehört, erklärt der Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.
Einen allgemeinen Überblick, welche Reiseimpfung wofür gedacht ist, gibt der Ratgeber Reiseimpfungen im Überblick.
Tollwut: Das wichtigste Tierthema
Tollwut wird in Marokko laut AA vor allem über Hunde übertragen. Weil Hunde vielerorts nah an Menschen leben, spielt das eine besondere Rolle, gerade auf dem Land, bei Wanderungen, Radtouren oder in Dörfern. Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline können im Land nur begrenzt erhältlich sein. Auch wer vor der Reise geimpft wurde, braucht nach einem Biss eine ärztliche Behandlung.
So verhalten Sie sich richtig:
- Streicheln oder füttern Sie keine Hunde, Katzen oder andere Tiere.
- Waschen Sie eine Biss- oder Kratzwunde sofort gründlich mit Seife und Wasser aus.
- Suchen Sie danach umgehend ärztliche Hilfe, auch wenn Sie geimpft sind.
Ausführlich erklärt das der Ratgeber Tollwut auf Reisen. In ländlichen Regionen kommen laut AA außerdem Giftschlangen vor.
Mücken: Leishmaniose statt Malaria
Weder das AA noch die WHO-Länderliste nennen für Marokko ein Malariarisiko. Eine Vorbeugung mit Medikamenten ist daher kein Thema. Mückenschutz bleibt trotzdem sinnvoll: Sandmücken können in der Dämmerung und nachts Leishmaniose übertragen, vereinzelt wurde laut AA auch West-Nil-Fieber gemeldet. Verwenden Sie Mückenschutzmittel, tragen Sie abends lange Kleidung und schlafen Sie nachts unter einem Bettnetz.
Hygiene: Wasser, Essen und Meer
Reisedurchfall ist das häufigste Gesundheitsproblem. Hepatitis A und E, Shigellose und Typhus treten laut AA auch bei Reisenden auf. Achten Sie deshalb auf Trinkwasser-, Lebensmittel- und Händehygiene: Wasser aus sicheren Quellen, gut durchgegarte Speisen, Obst schälen.
Die meisten marokkanischen Strände haben laut AA eine gute Wasserqualität. Durch illegale Einleitung von Abwasser kann beim Baden im Meer punktuell aber ein Infektionsrisiko bestehen. Beachten Sie Warnschilder und meiden Sie Strände, die auch von Tieren genutzt werden. Vor einem Tauchurlaub empfiehlt das AA eine tauchmedizinische Untersuchung.
HIV und bestimmte Formen der Virushepatitis, darunter Hepatitis B, können laut AA durch sexuelle Kontakte, unsaubere Nadeln, Tätowierungen und Bluttransfusionen übertragen werden. Kondome schützen bei Gelegenheitsbekanntschaften, zur Hepatitis-B-Impfung berät Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Was von der Reiseart abhängt
| Reiseart | Worauf es besonders ankommt |
|---|---|
| Städtereise Marrakesch, Fès, Casablanca | Hepatitis A, Standardimpfungen, Lebensmittelhygiene |
| Rundreise bis in die Wüste | Hygiene unterwegs, Sonnenschutz, Abstand zu Tieren |
| Wandern im Atlas, Radtouren | Tollwut-Beratung, Hunde in Dörfern, eingeschränkte Versorgung |
| Surf- und Badeurlaub an der Atlantikküste | Wasserqualität, Sonnenschutz, Hepatitis A |
| Langzeit, einfache Unterkünfte | Hepatitis B, Typhus, Tollwut eher Thema |
Medizinische Versorgung vor Ort
In Rabat, Casablanca, Tanger und Fès gibt es laut AA gute Privatkliniken von hohem Standard. Im ländlichen Raum ist die Versorgung eingeschränkt, etwa bei Erreichbarkeit, Fachpersonal und Ausstattung. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und lassen Sie sich deren Notwendigkeit bei Bedarf ärztlich auf Englisch bescheinigen. Das AA empfiehlt eine Reisekrankenversicherung und eine medizinische Evakuierungsversicherung. Intensive Sonne kann Haut und Augen schädigen, denken Sie an Sonnenschutz.
Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten
Auch für ein vergleichsweise risikoarmes Reiseziel lohnt ein Blick in den Impfpass. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Den persönlichen Bedarf grenzt der Reiseimpf-Check ein, eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin. Wer Marokko mit einer weiteren Reise nach Nordafrika verbindet, findet die Hinweise für Ägypten auf einer eigenen Seite.
Häufige Fragen zu Marokko
Welche Impfungen brauche ich für Marokko?
Vorgeschrieben ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen, besonders gegen Masern. Hepatitis B, Tollwut und Typhus kommen je nach Reiseart in Betracht.
Brauche ich für Marokko eine Gelbfieberimpfung?
Nein. Laut WHO verlangt Marokko keinen Gelbfieber-Nachweis, und im Land besteht kein Übertragungsrisiko. Auch das Auswärtige Amt nennt für die direkte Einreise aus Deutschland keine Pflichtimpfungen.
Gibt es in Marokko Malaria?
Weder das Auswärtige Amt noch die WHO-Länderliste nennen für Marokko ein Malariarisiko. Mückenschutz ist trotzdem sinnvoll, weil Sandmücken in der Dämmerung und nachts Leishmaniose übertragen können.
Ist eine Tollwutimpfung für Marokko sinnvoll?
Das kommt auf Ihre Reise an. Das Auswärtige Amt rät zur Beratung, weil Tollwut vor allem über Hunde übertragen wird und Impfstoffe und Immunglobuline im Land nur begrenzt erhältlich sein können. Bei Rundreisen abseits der Städte, Radtouren oder längeren Aufenthalten ist das eher ein Thema.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Marokko, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand 2026-10)
- WHO: International Travel and Health, Country List (vaccination requirements and WHO recommendations) (Stand 2022-11)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Empfehlungen von STIKO und DTG zu Reiseimpfungen (Stand 2026-07)