Asien
Reiseimpfungen für Thailand: Pflicht, Empfehlungen und Malaria
Für Thailand gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Thailand auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab einem Alter von 9 Monaten eine Impfung nachweisen.
Malaria
Regional unterschiedlich
Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein mittleres Risiko auf der Insel Little Koh Chang und im Grenzgürtel zu Myanmar, im übrigen Land einschließlich Phuket, Koh Samui und anderer Inseln ein geringes Risiko. Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya gelten als malariafrei. Schützen Sie sich konsequent vor Mückenstichen und besprechen Sie ärztlich, ob für Ihre Route eine Vorsorge nötig ist.
Weitere Gesundheitshinweise
- Dengue kommt ganzjährig landesweit vor, eine Impfung ist verfügbar und kann nach ärztlicher Beratung infrage kommen.
- Auch Chikungunya und Zika werden landesweit durch Mücken übertragen, daher ist Mückenschutz tagsüber wie nachts wichtig.
- In Bangkok und Chiang Mai ist die Feinstaubbelastung hoch, in der Trockenzeit von November bis April kommt Rauch durch Brände hinzu.
- Die bakterielle Infektion Melioidose kann über Hautwunden oder Bodenkontakt übertragen werden, Wunden sollten Sie daher sorgfältig reinigen und abdecken.
- Reisedurchfall ist häufig, auch Hepatitis A und E sowie Typhus treten bei Reisenden auf.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland nach Thailand ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und einen aktuellen Schutz nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere gegen Masern. Je nach Reiseart und Aufenthaltsdauer kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis sowie Impfungen gegen Dengue und Chikungunya in Betracht. Das Malariarisiko ist in den touristischen Zentren gering oder nicht vorhanden.
Einreise: Wann ein Gelbfieber-Nachweis nötig ist
Thailand gehört laut WHO nicht zu den Gebieten mit Gelbfieber-Übertragung. Eine Impfpflicht besteht deshalb nur für bestimmte Reiserouten: Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten hat, muss ab einem Alter von neun Monaten eine gültige Gelbfieberimpfung nachweisen. Das betrifft zum Beispiel Kombinationsreisen mit Stationen in Teilen Afrikas oder Südamerikas. Planen Sie eine solche Route, lassen Sie sich frühzeitig bei einer zugelassenen Gelbfieber-Impfstelle beraten. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Die Übersichtstabelle auf dieser Seite fasst zusammen, was das Auswärtige Amt für alle Reisenden und was es nur nach individueller Abwägung nennt. Entscheidend sind vor allem Dauer, Reisestil und geplante Aktivitäten.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Badeurlaub auf Phuket, Koh Samui oder Koh Lanta | Hepatitis A, Standardimpfungen, Mückenschutz gegen Dengue |
| Städtereise Bangkok | Hepatitis A, Standardimpfungen, Luftqualität |
| Rundreise in den Norden | zusätzlich Japanische Enzephalitis und Tollwut je nach Aufenthalt auf dem Land |
| Backpacking oder Langzeitaufenthalt | Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Japanische Enzephalitis besprechen |
| Tauchurlaub | tauchmedizinische Untersuchung vor Reiseantritt |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen und ist laut Auswärtigem Amt für jede Thailandreise empfohlen. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie und Masern anhand Ihres Impfpasses.
Je nach Reise und persönlichem Risiko
Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis nennt das Auswärtige Amt nach individueller Indikation. Wer länger bleibt, viel in ländlichen Regionen unterwegs ist, mit Tieren arbeitet oder einfach reist, sollte diese Impfungen ärztlich besprechen. Für Dengue und Chikungunya gibt es inzwischen Impfungen. Die STIKO empfiehlt die Dengue-Impfung derzeit nur Personen ab vier Jahren, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion hatten und ein erhöhtes Risiko vor Ort haben. Ob eine dieser Impfungen für Sie infrage kommt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Eine erste Einschätzung bietet der Reiseimpf-Check.
Malaria: Wo in Thailand ein Risiko besteht
Laut Auswärtigem Amt und DTG ist das Malariarisiko in Thailand ganzjährig und regional unterschiedlich:
- Mittleres Risiko: Insel Little Koh Chang in der Andamanensee und der Gürtel entlang der Grenze zu Myanmar.
- Geringes Risiko: übriges Land, einschließlich Phuket, Koh Samui, Koh Phangan, Koh Phi Phi, Koh Lanta und anderer Inseln.
- Malariafrei: die Städte Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya.
In Gebieten mit geringem Risiko steht der konsequente Mückenschutz im Vordergrund. Für Reisen in Gebiete mit mittlerem Risiko, die weit von der nächsten Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt sind, empfiehlt das Auswärtige Amt, ein Notfallmedikament mitzunehmen. Welches Vorgehen zu Ihrer Route passt, besprechen Sie ärztlich. Hintergründe finden Sie im Ratgeber Malaria: Mückenschutz, Prophylaxe und Fieber nach der Reise.
Dengue, Chikungunya und andere Risiken
Dengue, Chikungunya, Japanische Enzephalitis, Leishmaniose und Zika können in Thailand ganzjährig landesweit auftreten. Schützen Sie sich deshalb tagsüber und nachts vor Mückenstichen: mit Mückenschutzmitteln, langer, heller Kleidung und nachts mit einem Moskitonetz. Wegen Zika sollten Schwangere und Paare mit Kinderwunsch die aktuellen Hinweise besonders beachten. Praktische Tipps stehen im Ratgeber Dengue, Chikungunya, Zika: Mückenschutz auf Reisen.
Weitere Punkte, die das Auswärtige Amt hervorhebt:
- Melioidose: Diese bakterielle Infektion wird vor allem über Hautwunden und Bodenkontakt übertragen. Reinigen und desinfizieren Sie Wunden sorgfältig und decken Sie sie ab.
- Luftqualität: In Bangkok und Chiang Mai ist die Feinstaubbelastung hoch, in der Trockenzeit von November bis April kommt Rauch durch Brände hinzu.
- Sonne und Meer: Intensive Sonneneinstrahlung und Strömungen sind nicht zu unterschätzen, Strände mit Tierkot bergen ein Risiko für parasitäre Hauterkrankungen.
Hygiene und Tierkontakt
Reisedurchfall ist in Thailand häufig, auch Hepatitis A und E sowie Typhus kommen bei Reisenden vor. Achten Sie auf sicheres Trinkwasser, gut durchgegarte Speisen und regelmäßiges Händewaschen. Tollwut wird in Thailand vor allem durch Hunde übertragen. Meiden Sie den Kontakt zu Hunden, Katzen und Affen, auch wenn sie zutraulich wirken. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Da Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline vor Ort nur begrenzt erhältlich sein können, ist eine Beratung vor der Reise sinnvoll, siehe Tollwut auf Reisen.
Medizinische Versorgung vor Ort
In Bangkok und den großen Städten ist die medizinische Versorgung laut Auswärtigem Amt von hoher Qualität. Auf dem Land entspricht sie nicht immer europäischem Standard, und Englisch sprechendes Personal ist dort seltener. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und lassen Sie sich deren Notwendigkeit bei Bedarf ärztlich auf Englisch bescheinigen.
Wann Sie die Beratung einplanen sollten
Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Manche Impfungen bestehen aus mehreren Terminen, deshalb lohnt es sich, die Beratung deutlich früher zu legen, vor allem bei längeren Reisen oder Rundreisen durch mehrere Länder wie Vietnam oder Kambodscha. Eine Praxis mit reisemedizinischem Schwerpunkt in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Thailand
Brauche ich für Thailand eine Gelbfieberimpfung?
Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Laut Auswärtigem Amt müssen Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nur dann nachweisen, wenn sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren.
Welche Impfungen werden für einen Badeurlaub in Thailand empfohlen?
Für alle Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt eine Impfung gegen Hepatitis A, außerdem sollten die Standardimpfungen nach STIKO, insbesondere gegen Masern, aktuell sein. Ob weitere Impfungen sinnvoll sind, klären Sie in einer reisemedizinischen Beratung.
Gibt es in Thailand Malaria?
Ja, aber regional sehr unterschiedlich. Laut Auswärtigem Amt und DTG besteht ein mittleres Risiko auf Little Koh Chang und im Grenzgebiet zu Myanmar, im übrigen Land ein geringes Risiko, während Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya als malariafrei gelten.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Thailand, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 28.09.2026)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022, revidiert 2023)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026, Ländertabelle (Stand Juni 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)