Afrika

Reiseimpfungen für Tansania und Sansibar: Gelbfieber, Malaria und Safari

Für Tansania (inkl. Sansibar) gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Polio (Kinderlähmung), je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Hohes Risiko.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Tansania (inkl. Sansibar) auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 1 Jahr)

Bei direkter Einreise aus Deutschland auf das Festland oder nach Sansibar ist keine Gelbfieberimpfung erforderlich, auch nicht nach einem Umstieg in einem Gelbfiebergebiet unter 12 Stunden, wenn der Flughafen nicht verlassen wird. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist, etwa aus einem Nachbarland, muss ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine gültige Impfung nachweisen.

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Polio (Kinderlähmung) Bei Aufenthalten über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben eine Impfung in einem bestimmten Zeitraum vor der Ausreise vor; lassen Sie den Zeitpunkt ärztlich prüfen.
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Meningokokken ACWY; Übertragung vor allem in den trockenen Monaten, besonders Januar bis April, im Norden und Westen.
Tollwut Impfstoffe und Immunglobuline sind im Land nur sehr begrenzt erhältlich.
Typhus
Cholera Nur bei längerer Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten, etwa im medizinischen Bereich oder in der Katastrophenhilfe.
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Hohes Risiko

Laut AA besteht ganzjährig ein hohes Risiko im gesamten Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern, einschließlich der Nationalparks, der Hauptstadt Daressalam und der Inseln Sansibar, Pemba und Mafia. Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen und besprechen Sie eine medikamentöse Vorbeugung ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Dengue- und Chikungunya-Fieber kommen vor; zu den verfügbaren Impfungen sollten Sie sich individuell beraten lassen.
  • In der Serengeti, im Tarangire-Nationalpark und im Westen können Tsetsefliegen die Schlafkrankheit übertragen; Insektenschutzmittel halten sie nur schlecht ab.
  • Afrikanisches Zeckenbissfieber ist nach Malaria die häufigste fieberhafte Erkrankung nach Aufenthalten in afrikanischen Nationalparks.
  • Am Kilimandscharo und Mount Meru drohen Beschwerden durch Höhenkrankheit, eine Bergrettung ist so gut wie nicht vorhanden.
  • Baden Sie wegen Schistosomiasis nicht in Binnengewässern.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für Tansania und Sansibar ist bei direkter Anreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben, auch keine Gelbfieberimpfung. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio. Im ganzen Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern, die Inseln eingeschlossen, besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko. Weitere Impfungen hängen davon ab, wie lange und wie Sie reisen.

Einreise: Gelbfieber nur bei Anreise aus einem Gelbfiebergebiet

Laut Auswärtigem Amt (AA) sind bei direkter Einreise aus Deutschland auf das Festland und nach Sansibar keine Pflichtimpfungen erforderlich. Das gilt auch bei einem Umstieg in einem Gelbfiebergebiet, solange Sie den Flughafen nicht verlassen und der Aufenthalt kürzer als 12 Stunden ist. Wer dagegen aus einem Gelbfiebergebiet einreist, zum Beispiel aus einem Nachbarland, muss ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine gültige Gelbfieberimpfung nachweisen.

Das ist vor allem bei Kombireisen wichtig. Viele Safaris verbinden Tansania mit Kenia, das die WHO als Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko führt. Nennen Sie in der Impfberatung deshalb alle Länder in der Reihenfolge, in der Sie sie besuchen. Für Sansibar verweist das AA zusätzlich auf Hinweise des sansibarischen Gesundheitsministeriums und der tansanischen Botschaft. Wie Nachweis und Gültigkeit funktionieren, erklärt der Ratgeber Gelbfieberimpfung.

Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt

Die Tabelle oben auf dieser Seite zeigt die Einstufung. Zur Einordnung:

  • Für alle Reisenden: Hepatitis A und Polio. Bei Aufenthalten über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben eine Polio-Impfung in einem bestimmten Zeitraum vor der Ausreise vor. Ob und wann das für Sie gilt, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
  • Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Meningokokken ACWY, Tollwut und Typhus, außerdem Dengue und Chikungunya.
  • Cholera: laut AA nur bei längerer Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten, etwa im medizinischen Bereich oder in der Katastrophenhilfe.
  • Standardimpfungen: Prüfen Sie die Impfungen nach STIKO-Kalender, besonders den Schutz gegen Masern.

Meningokokken-Erkrankungen werden laut AA vor allem in den trockenen Monaten, besonders von Januar bis April, im Norden und Westen übertragen. Tollwutimpfstoffe und Immunglobuline sind im Land nur sehr begrenzt erhältlich. Das spricht bei längeren Reisen, einfachen Unterkünften oder Kontakt zu Tieren für eine frühzeitige Beratung.

Malaria und andere Risiken durch Insekten

Laut AA und DTG besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko im gesamten Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern. Das schließt die Nationalparks, Daressalam und die Inseln Sansibar, Pemba und Mafia ausdrücklich ein. Der Anteil der Malaria tropica liegt bei über 99 Prozent. Für Gebiete mit hohem Risiko hält das AA neben Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll, die Auswahl besprechen Sie ärztlich. Mehr dazu im Ratgeber Malaria-Schutz.

Außerdem kommen Dengue, Chikungunya, Leishmaniose und Rift-Valley-Fieber vor. In Nationalparks ist das Afrikanische Zeckenbissfieber laut AA nach Malaria die häufigste fieberhafte Erkrankung. In der Serengeti, im Tarangire-Nationalpark und im Westen des Landes können Tsetsefliegen die Schlafkrankheit übertragen. Sie stechen auch durch dünnen Stoff und lassen sich durch Mückenschutzmittel nur schlecht abhalten. Tragen Sie dichte, lange Kleidung und suchen Sie Ihren Körper nach Aufenthalten im Freien ab.

Fieber nach der Rückkehr sollten Sie auch Monate später ärztlich abklären lassen und dabei auf die Reise hinweisen, denn eine Malaria muss laut DTG umgehend ausgeschlossen werden.

Was von der Reiseart abhängt

Reiseart Worauf es besonders ankommt
Safari im Norden Hohes Malariarisiko, Zecken, Tsetsefliegen in Serengeti und Tarangire
Badeurlaub auf Sansibar Malariarisiko auch auf den Inseln, Lebensmittelhygiene, eigene Versicherungspflicht
Kilimandscharo, Mount Meru Höhenkrankheit, kaum Bergrettung, oberhalb von 2.500 Metern geringes Malariarisiko
Kombination mit Kenia Gelbfieber-Nachweis bei Einreise aus Kenia möglich
Langzeit, Projektarbeit Hepatitis B, Tollwut, Typhus, Meningokokken eher Thema

Hygiene, Wasser und Tiere

Durch mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel- und Händehygiene entstehen laut AA häufig Durchfallerkrankungen. Hepatitis A und E sowie selten Typhus treten auch bei Reisenden auf, Cholera betrifft Reisende dagegen so gut wie nie. Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs. Baden Sie nicht in Binnengewässern, denn Schistosomiasis kann schon bei geringem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden.

Tollwut wird vor allem über Hunde übertragen. Meiden Sie Kontakt zu Tieren und suchen Sie nach einem Biss umgehend ärztliche Hilfe. Waschen Sie die Wunde vorher gründlich mit Seife und Wasser aus. Auf Fleisch unklarer Herkunft und rohe tierische Produkte sollten Sie verzichten.

Höhe, Versorgung und Versicherung

Am Kilimandscharo und am Mount Meru drohen laut AA Beschwerden durch Höhenkrankheit, eine Bergrettung ist so gut wie nicht vorhanden. Informieren Sie sich vor dem Aufstieg über Höhenkrankheit und besprechen Sie Vorerkrankungen ärztlich.

Außerhalb großer Zentren fehlt vielerorts medizinisches Fachpersonal. Apotheken haben ein begrenztes Sortiment, gefälschte Medikamente kommen vor. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit. Seit dem 1. Oktober 2026 müssen Reisende laut AA eine tansanische Einreiseversicherung vorweisen, für Sansibar gibt es eine eigene Pflichtversicherung. Zusätzlich empfiehlt das AA eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung sowie eine medizinische Evakuierungsversicherung.

Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Gehen Sie mit einigen Wochen Vorlauf zur reisemedizinischen Beratung. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Wie Sie die Wochen vor der Reise planen, beschreibt der Ratgeber Impfzeitplan vor der Reise. Eine reisemedizinische Praxis in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin, einen schnellen Überblick gibt der Reiseimpf-Check.

Häufige Fragen zu Tansania (inkl. Sansibar)

Brauche ich für Sansibar eine Gelbfieberimpfung?

Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht, auch nicht nach einem Umstieg unter 12 Stunden in einem Gelbfiebergebiet ohne Verlassen des Flughafens. Das gilt laut Auswärtigem Amt für das Festland und Sansibar. Kommen Sie aus einem Gelbfiebergebiet, wird ein Nachweis verlangt.

Gibt es auf Sansibar Malaria?

Ja. Laut Auswärtigem Amt und DTG besteht ganzjährig ein hohes Risiko im ganzen Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern, ausdrücklich auch auf Sansibar, Pemba und Mafia sowie in Daressalam. Konsequenter Mückenschutz und eine ärztliche Beratung zur Vorbeugung sind daher wichtig.

Was muss ich beachten, wenn ich Kenia und Tansania kombiniere?

Kenia zählt laut WHO zu den Ländern mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko. Reisen Sie aus Kenia nach Tansania ein, kann ein Gelbfieber-Nachweis verlangt werden. Klären Sie die Reiseroute deshalb frühzeitig in der Impfberatung.

Welche Versicherung brauche ich für Tansania?

Seit dem 1. Oktober 2026 verlangt Tansania laut Auswärtigem Amt für touristische Aufenthalte eine eigene Einreiseversicherung, für Sansibar gilt schon länger eine eigene Pflichtversicherung. Das AA rät zusätzlich zu einer Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung.