Afrika
Reiseimpfungen für Ägypten: Pflicht, Empfehlungen, Dengue und Hygiene
Für Ägypten gilt bei der Einreise: Sonderregeln, siehe Hinweis. Vorgeschrieben ist je nach Situation Polio (Kinderlähmung). Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Ägypten auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Sonderregeln, siehe Hinweis (ab 9 Monate)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Gelbfieberimpfung nötig. Einen Nachweis brauchen alle ab neun Monaten, die aus einem Gelbfiebergebiet oder zusätzlich aus Eritrea, Ruanda, Somalia, Tansania oder Sambia einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben; ohne Nachweis ist laut AA eine Quarantäne von bis zu sechs Tagen möglich.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Das AA nennt für Ägypten kein Malariarisiko. Laut WHO-Länderliste 2022 wurden seit 1998 keine im Land erworbenen Fälle gemeldet, eine Vorbeugung wird nicht empfohlen. Mückenschutz bleibt wegen Dengue an der Küste des Roten Meeres sinnvoll.
Weitere Gesundheitshinweise
- Dengue wird an der Küste des Roten Meeres, vor allem in Hurghada, und im Südsinai rund um Scharm El-Scheich übertragen; schützen Sie sich tagsüber vor Mücken und lassen Sie sich zur verfügbaren Impfung beraten.
- Nach Aufenthalten in Hurghada und Marsa Alam wurden wiederholt EHEC-Infektionen gemeldet, vor allem durch rohes Obst und Gemüse sowie nicht durchgegartes Rind- und Schafsfleisch.
- Baden Sie nicht in Süßgewässern, insbesondere nicht im Nildelta, im Niltal und in den Nebenflüssen.
- Hepatitis C wird über Blut übertragen, seien Sie bei Piercing, Tätowierungen, Rasur und Maniküre vorsichtig.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für Ägypten ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und einen vollständigen Standardimpfschutz, vor allem gegen Masern und Polio. Weitere Impfungen sind nur bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition Thema. Wichtiger als Impfungen sind für die meisten Urlauber Lebensmittelhygiene und am Roten Meer der Schutz vor Mücken.
Einreise: Gelbfieber und Polio bei Anreise aus Drittländern
Bei direkter Einreise aus Deutschland brauchen Sie laut Auswärtigem Amt (AA) keine Gelbfieberimpfung. Anders sieht es aus, wenn Sie vorher in einem anderen Land waren. Ägypten verlangt einen Gelbfieber-Nachweis von allen Personen ab neun Monaten, die aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als 12 Stunden im Transit waren. Zusätzlich nennt das AA Eritrea, Ruanda, Somalia, Tansania und Sambia. Ohne Nachweis können Reisende bis zu sechs Tage in Quarantäne genommen werden.
Außerdem verlangt Ägypten laut AA einen Polio-Nachweis von allen, die aus der DR Kongo, Kenia, Niger oder Syrien einreisen. Die Impfung muss in einem festgelegten Zeitraum vor der Einreise liegen und im Internationalen Impfausweis dokumentiert sein. Wie dieser Nachweis aussieht, erklärt der Ratgeber Impfpass und internationale Impfbescheinigung.
Relevant ist das vor allem, wenn Sie Ägypten mit einer Safari in Ostafrika kombinieren. Sprechen Sie die Reihenfolge der Länder deshalb in der Impfberatung an.
Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt
Die Tabelle oben auf dieser Seite zeigt die Einstufung. Zur Einordnung:
- Für alle Reisenden: Hepatitis A.
- Standardimpfungen: Prüfen Sie Ihre Impfungen nach STIKO-Kalender. Das AA hebt den Schutz gegen Masern und einen vollständigen Polio-Schutz hervor. Ob eine Auffrischung fällig ist, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
- Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition: Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken ACWY und Dengue.
Zur Dengue-Impfung gilt in Deutschland eine Besonderheit: Die STIKO empfiehlt sie für Reisende nur, wenn bereits eine Dengue-Infektion nachgewiesen wurde. Ob sie für Sie überhaupt in Frage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Dengue, Mücken und Malaria
Dengueviren werden laut AA an der Küste des Roten Meeres übertragen, überwiegend in Hurghada, vereinzelt in El Gouna und Al-Qusair. Berichte über Infektionen gibt es auch aus dem Südsinai rund um Scharm El-Scheich. Die Überträgermücken sind tagaktiv. Schützen Sie sich deshalb vor allem tagsüber mit Mückenschutzmittel und bedeckender Kleidung. Komplikationen sind bei Reisenden laut AA insgesamt selten. Mehr zum Schutz vor Stichen finden Sie im Ratgeber Dengue und Mückenschutz.
Malaria nennt das AA für Ägypten nicht. Laut WHO wurden seit 1998 keine im Land erworbenen Fälle gemeldet, eine Vorbeugung wird nicht empfohlen. Leishmaniose und West-Nil-Fieber kommen laut AA vor.
Durchfall und EHEC: Das häufigste Problem
Durchfallerkrankungen sind laut AA die häufigsten Reiseerkrankungen in Ägypten. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt Erkrankungen mit EHEC gemeldet, insbesondere nach Aufenthalten in Hurghada und Marsa Alam. Als Komplikation kann ein hämolytisch-urämisches Syndrom mit Gefahr für die Nieren auftreten. Infektionsquellen sind vor allem roh verzehrtes Obst und Gemüse sowie nicht durchgegartes Rind- und Schafsfleisch.
So senken Sie das Risiko nach den Hinweisen des AA:
- Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, kein Leitungswasser, und nutzen Sie es auch zum Zähneputzen.
- Verzichten Sie auf nicht durchgegarte Speisen und schälen oder kochen Sie Obst und Gemüse.
- Waschen Sie sich häufig die Hände mit Seife, vor allem vor dem Essen.
- Halten Sie Fliegen von Ihren Speisen fern.
Nil, Blutkontakt und weitere Risiken
Baden Sie nicht in Süßgewässern, besonders nicht im Nildelta, im Niltal und in den Nebenflüssen, denn dort kann Bilharziose übertragen werden. Hepatitis C wird über Blut übertragen, eine Impfung gibt es nicht. Seien Sie bei Piercing, Tätowierungen, Rasuren und Maniküre vorsichtig. Die HIV-Häufigkeit ist laut AA gering, ein Übertragungsrisiko besteht bei ungeschützten Kontakten trotzdem.
Was von der Reiseart abhängt
| Reiseart | Worauf es besonders ankommt |
|---|---|
| Badeurlaub Hurghada, Marsa Alam | Hepatitis A, Lebensmittelhygiene wegen EHEC, Mückenschutz tagsüber |
| Scharm El-Scheich, Südsinai | Dengue-Berichte, Mückenschutz, Hinweise zur Sicherheitslage beachten |
| Nilkreuzfahrt, Luxor, Assuan | Hygiene an Bord und an Land, nicht im Nil baden |
| Städtereise Kairo | Standardimpfungen, Hygiene, gute Versorgung vor Ort |
| Kombination mit Ostafrika | Gelbfieber- und Polio-Nachweis je nach Vorland |
| Langzeit, einfache Unterkünfte | Hepatitis B, Typhus, Tollwut, Meningokokken eher Thema |
Medizinische Versorgung vor Ort
In Kairo ist eine ausreichende Versorgung gewährleistet. Außerhalb entspricht sie laut AA selbst in den Touristenzentren oft nicht westeuropäischem Standard. Arzt- und Krankenhauskosten können sehr hoch ausfallen, auch bei Hotelärzten und kleineren Behandlungen, und die meisten Kliniken verlangen Vorkasse oder eine Kostenübernahme. Schließen Sie deshalb eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab und klären Sie vorab, ob Vorerkrankungen abgedeckt sind. Schützen Sie Ihre Reiseapotheke unterwegs vor hohen Temperaturen.
Zeitplan: Auch kurzfristig noch sinnvoll
Ägypten wird oft spontan gebucht. Auch dann lohnt eine Beratung, denn der Standardimpfschutz lässt sich meist kurzfristig prüfen. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Was bei knapper Zeit noch möglich ist, beschreibt der Ratgeber Last-Minute-Reise. Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin, einen schnellen Überblick gibt der Reiseimpf-Check.
Häufige Fragen zu Ägypten
Brauche ich für Ägypten Impfungen?
Vorgeschrieben ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A und einen aktuellen Standardimpfschutz, besonders gegen Masern und Polio. Weitere Impfungen kommen bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition in Betracht.
Wann verlangt Ägypten einen Gelbfieber-Nachweis?
Laut Auswärtigem Amt für alle ab neun Monaten, die aus einem Gelbfiebergebiet oder aus Eritrea, Ruanda, Somalia, Tansania oder Sambia einreisen oder sich dort mehr als 12 Stunden im Transit aufgehalten haben. Ohne Nachweis ist eine Quarantäne von bis zu sechs Tagen möglich.
Gibt es in Ägypten Malaria?
Das Auswärtige Amt nennt für Ägypten kein Malariarisiko. Laut WHO wurden seit 1998 keine im Land erworbenen Fälle mehr gemeldet, eine Vorbeugung wird nicht empfohlen. Mückenschutz bleibt wegen Dengue am Roten Meer trotzdem sinnvoll.
Wie schütze ich mich in Hurghada vor Durchfall und EHEC?
Das Auswärtige Amt rät, nur Wasser sicheren Ursprungs zu trinken und auf rohes Obst, rohes Gemüse und nicht durchgegartes Rind- und Schafsfleisch zu verzichten. Nach Aufenthalten in Hurghada und Marsa Alam wurden wiederholt EHEC-Infektionen gemeldet.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Ägypten, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand 2026-10)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022-11)
- WHO: International Travel and Health, Country List (vaccination requirements and WHO recommendations) (Stand 2022-11)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Empfehlungen von STIKO und DTG zu Reiseimpfungen (Stand 2026-07)