Afrika
Reiseimpfungen für Kenia: Gelbfieber, empfohlene Impfungen und Malaria
Für Kenia gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Polio (Kinderlähmung), je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Hohes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Kenia auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 12 Monate)
Bei direkter Einreise aus Deutschland ist kein Gelbfieber-Impfnachweis nötig, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet müssen alle Personen ab 12 Monaten geimpft sein. Für die meisten Landesteile empfiehlt das Auswärtige Amt die Impfung allgemein; bei Reisen ausschließlich nach Nairobi, Mombasa, in die North Eastern Province sowie nach Kilifi, Kwale, Lamu, Malindi und Tanariver an der Küste gilt sie nicht als allgemein empfohlen, kann aber trotzdem sinnvoll sein.
Gelbfieber-Übertragungsgebiet laut WHO: in Teilen des Landes
Malaria
Hohes Risiko
Laut AA besteht im ganzen Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern ganzjährig ein hohes Risiko, fast ausschließlich durch Malaria tropica; im Stadtzentrum von Nairobi und in Höhenlagen darüber ist es gering. Schützen Sie sich tags und nachts konsequent vor Mückenstichen und besprechen Sie eine medikamentöse Vorbeugung ärztlich.
Weitere Gesundheitshinweise
- Dengue- und Chikungunya-Fieber kommen ganzjährig vor, in Nairobi ist das Risiko gering; zu den verfügbaren Impfungen sollten Sie sich individuell beraten lassen.
- Anfang Oktober 2026 wurde ein aus der DR Kongo eingeschleppter Ebolafieber-Fall bekannt, Ansteckungen blieben bislang auf enge Kontaktpersonen beschränkt; beachten Sie die Auflagen der Behörden.
- Schistosomiasis kann schon bei kurzem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden, auch in fließenden Gewässern.
- Vor einer Besteigung des Mount Kenya sollten Sie sich über Höhenkrankheit informieren.
- In großen Städten kann Luftverschmutzung durch Abgase und Müllverbrennung die Gesundheit belasten.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für Kenia ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio sowie für die meisten Landesteile die Gelbfieberimpfung. Unterhalb von 2.500 Höhenmetern besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko. Welche weiteren Impfungen sinnvoll sind, hängt von Route, Reisedauer und Reisestil ab.
Einreise: Wann ein Gelbfieber-Nachweis nötig ist
Wer direkt aus Deutschland nach Kenia fliegt, muss laut Auswärtigem Amt (AA) keine Impfung nachweisen. Anders ist es bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet: Dann verlangt Kenia von allen Personen ab 12 Monaten eine gültige Gelbfieberimpfung. Das betrifft etwa Reisende, die vorher in einem anderen Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko unterwegs waren.
Wichtig ist der umgekehrte Fall. Kenia selbst zählt laut WHO zu den Ländern mit Übertragungsrisiko. Wenn Sie nach der Safari weiterreisen, zum Beispiel nach Tansania, Südafrika oder Ägypten, kann dort ein Nachweis verlangt werden. Nennen Sie in der Beratung deshalb alle Länder in der richtigen Reihenfolge. Die Gelbfieberimpfung erhalten Sie nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen, Hintergründe dazu finden Sie im Ratgeber Gelbfieberimpfung.
Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt
Das AA unterscheidet zwischen Impfungen für alle Reisenden und solchen nach individueller Abwägung. Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst das zusammen, hier die Einordnung:
- Für alle Reisenden: Hepatitis A und Polio. In Kenia wurde laut AA Polio (cVDPV2) nachgewiesen, ein vollständiger Impfschutz ist deshalb wichtig. Ob bei Ihnen eine Auffrischung fällig ist, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand des Impfpasses.
- Gelbfieber: allgemein empfohlen für die meisten Landesteile. Nicht allgemein empfohlen ist sie bei Reisen ausschließlich nach Nairobi, Mombasa, in die North Eastern Province sowie nach Kilifi, Kwale, Lamu, Malindi und Tana River an der Küste. Auch dann kann sie sinnvoll sein.
- Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Meningokokken ACWY, Tollwut und Typhus, außerdem Dengue und Chikungunya. Eine Cholera-Impfung ist laut AA in der Regel nicht nötig.
- Standardimpfungen: Prüfen Sie die Impfungen nach STIKO-Kalender. Wegen wiederholter Ausbrüche hebt das AA den Schutz gegen Masern besonders hervor.
Bei Meningokokken nennt das AA die Trockenzeiten von Dezember bis März und von Juni bis Oktober als Zeiten mit den meisten Erkrankungen. Bei Tollwut weist es darauf hin, dass Impfstoffe und vor allem Immunglobuline im Land kaum verfügbar sind. Für Tierkontakte auf Reisen lohnt der Ratgeber Tollwut auf Reisen.
Malaria, Dengue und andere Risiken durch Insekten
Laut AA und DTG besteht im ganzen Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern ganzjährig ein hohes Malariarisiko. Mehr als 99 Prozent der Fälle sind Malaria tropica. Gering ist das Risiko im Stadtzentrum von Nairobi und in Höhenlagen darüber. Für Gebiete mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich zum Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Welche Mittel für Sie in Frage kommen, klären Sie ärztlich. Grundlagen zu Mückenschutz und Prophylaxe erklärt der Ratgeber Malaria-Schutz.
Dengue- und Chikungunya-Fieber, West-Nil-Fieber und weitere von Mücken übertragene Erkrankungen kommen ganzjährig vor, in Nairobi ist das Risiko laut AA minimal. Zecken können Afrikanisches Zeckenbissfieber übertragen. Schützen Sie sich deshalb tagsüber, in der Dämmerung und nachts: lange Kleidung, Mückenschutzmittel, nachts ein Bettnetz, nach Aufenthalten im Freien den Körper absuchen.
Fieber nach der Rückkehr sollten Sie auch Monate später ernst nehmen. Die DTG betont, dass dann umgehend eine Malaria ausgeschlossen werden muss. Weisen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aktiv auf die Reise hin.
Was von der Reiseart abhängt
| Reiseart | Worauf es besonders ankommt |
|---|---|
| Safari im Landesinneren | Gelbfieber allgemein empfohlen, hohes Malariarisiko, Zecken, Abstand zu Wildtieren |
| Badeurlaub an der Küste | Malariarisiko auch an der Küste, Gelbfieber je nach Bezirk nicht allgemein empfohlen |
| Nur Nairobi | Malariarisiko im Zentrum gering, Gelbfieber nicht allgemein empfohlen |
| Mount Kenya | Höhenkrankheit, oberhalb von 2.500 Metern geringeres Malariarisiko |
| Langzeit, Projektarbeit | Hepatitis B, Tollwut, Typhus, Meningokokken eher Thema, bei Choleraeinsätzen Beratung |
Viele Reisen kombinieren mehrere dieser Bausteine. Entscheidend ist der Teil der Route mit dem höchsten Risiko.
Hygiene, Wasser und Tiere
Reisedurchfall, Hepatitis A und E, Shigellose und Typhus treten laut AA auch bei Reisenden auf. Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs und achten Sie auf Lebensmittel- und Händehygiene. Baden Sie nicht in Seen und Flüssen, denn Schistosomiasis kann schon bei kurzem Kontakt mit Süßwasser übertragen werden, auch in fließenden Gewässern.
Tollwut wird vor allem über Hunde übertragen. Meiden Sie Kontakt zu Hunden, Wildtieren und anderen Tieren. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde gründlich mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. In Kenia leben außerdem Giftschlangen, Skorpione und giftige Spinnen, Gegengifte sind laut AA nur begrenzt erhältlich.
Aktuelle Hinweise im Oktober 2026
Das AA meldet für Anfang Oktober 2026 einen aus der DR Kongo eingeschleppten Ebolafieber-Fall in Kenia. Weitere Ansteckungen blieben bisher auf enge Kontaktpersonen beschränkt. An den Flughäfen Nairobi und Mombasa wird bei der Einreise die Körpertemperatur gemessen. Seit Anfang Oktober 2026 muss bei der Beantragung der elektronischen Einreisegenehmigung eTA zudem eine kostenpflichtige kenianische Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Diese Lage kann sich schnell ändern, prüfen Sie die Hinweise des AA kurz vor der Abreise.
Medizinische Versorgung vor Ort
Die Versorgung ist laut AA nicht mit Deutschland vergleichbar. Außerhalb von Nairobi fehlt vielerorts Fachpersonal, planbare Eingriffe sollten Sie in Europa durchführen lassen. Medikamentenfälschungen kommen vor. Nehmen Sie eine Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und schließen Sie eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung ab.
Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten
Planen Sie die Impfberatung mit einigen Wochen Vorlauf. Nach den Empfehlungen von STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Einen ersten Überblick gibt Ihnen der Reiseimpf-Check. Eine passende Praxis oder Gelbfieber-Impfstelle in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin. Reiseimpfungen für private Urlaubsreisen sind in Deutschland keine Pflichtleistung der Krankenkasse, manche Kassen übernehmen sie aber als freiwillige Satzungsleistung.
Häufige Fragen zu Kenia
Brauche ich für Kenia eine Gelbfieberimpfung?
Vorgeschrieben ist sie bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Das Auswärtige Amt empfiehlt sie aber für die meisten Landesteile, nur bei Reisen ausschließlich nach Nairobi, Mombasa, in die North Eastern Province und in einige Küstenbezirke gilt sie nicht als allgemein empfohlen.
Wie hoch ist das Malariarisiko in Kenia?
Laut Auswärtigem Amt und DTG besteht im ganzen Land unterhalb von 2.500 Höhenmetern ganzjährig ein hohes Risiko, fast ausschließlich durch Malaria tropica. Gering ist es im Stadtzentrum von Nairobi und in höheren Lagen. Mückenschutz und eine mögliche Vorbeugung mit Medikamenten besprechen Sie ärztlich.
Gilt eine Gelbfieberimpfung aus Kenia für die Weiterreise?
Kenia zählt laut WHO zu den Ländern mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko. Reisen Sie danach etwa nach Tansania, Südafrika oder Ägypten weiter, kann dort ein gültiger Nachweis verlangt werden. Klären Sie die Reihenfolge Ihrer Reiseländer deshalb in der Impfberatung.
Wann sollte ich mich vor einer Kenia-Reise beraten lassen?
Möglichst früh, weil manche Impfungen Zeit brauchen. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Die Gelbfieberimpfung gibt es nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Kenia, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit, Einreise und Zoll) (Stand 2026-10)
- WHO: Countries with risk of yellow fever transmission and countries requiring yellow fever vaccination (Stand 2022-11)
- DTG: Empfehlungen zur Malariaprävention 2026 (Stand 2026)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Empfehlungen von STIKO und DTG zu Reiseimpfungen (Stand 2026-07)
- WHO: International Travel and Health, Country List (vaccination requirements and WHO recommendations) (Stand 18.11.2022 (revidiert 03.01.2023))