Afrika

Reiseimpfungen für Namibia: Empfehlungen, Gelbfieber-Regel und Malaria im Norden

Für Namibia gilt bei der Einreise: Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A und Polio (Kinderlähmung), je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Regional unterschiedlich.

Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG

Namibia auf einen Blick

Einreise: Gelbfieber-Nachweis

Nachweis nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet (ab 9 Monate)

Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als 12 Stunden im Transit war, muss ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung nachweisen; Namibia selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Für alle Reisenden empfohlen laut Auswärtigem Amt
Hepatitis A
Polio (Kinderlähmung) In Namibia wurde Polio (cVDPV-2) nachgewiesen. Bei Aufenthalten über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben eine Impfung in einem bestimmten Zeitraum vor der Ausreise vor.
Je nach Reiseart bei Langzeitaufenthalt, besonderer Exposition oder individueller Indikation
Hepatitis B
Tollwut Impfstoffe und Immunglobuline sind im Land nur sehr begrenzt erhältlich.
Typhus
Meningokokken In der Regel nicht empfohlen, kann aber bei Ausbrüchen oder einfachem Reisestil mit engen sozialen Kontakten sinnvoll sein.
Cholera In der Regel nicht notwendig, Beratung bei längerer Tätigkeit in Cholera-Epidemiegebieten.
Standardimpfungen laut STIKO-Impfkalender, für jede Reise
Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern Das Auswärtige Amt hebt für dieses Land den Masernschutz besonders hervor. Lassen Sie Ihren Impfpass vor der Reise prüfen.

Malaria

Regional unterschiedlich

Laut AA ist das Risiko im Caprivi-Streifen (Zambezi) und in Teilen von Kavango und Ohangwena ganzjährig hoch, im übrigen Norden einschließlich des Etosha-Nationalparks von September bis Mai hoch und von Juni bis August mittel; 2025 und 2026 stiegen die Fallzahlen im Norden stark. Die südliche Landeshälfte mit Windhuk, Namib-Wüste und Küste ist malariafrei. Besprechen Sie Mückenschutz und eine mögliche Vorbeugung ärztlich.

Weitere Gesundheitshinweise

  • Zecken übertragen afrikanisches Zeckenbissfieber und selten Krim-Kongo-Fieber; suchen Sie Ihren Körper nach Aufenthalten im Freien ab.
  • Schistosomiasis kommt vor allem im Norden in den Provinzen Kavango West, Kavango Ost und Sambesi vor.
  • Intensive Sonneneinstrahlung kann Haut und Augen schädigen.

Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.

Für Namibia ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Reisenden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio. Ob Sie Malariavorsorge brauchen, entscheidet die Route: Der Süden mit Windhuk, der Namib-Wüste und der Küste ist malariafrei, im Norden mit Etosha-Nationalpark und Caprivi-Streifen besteht dagegen ein saisonales bis ganzjährig hohes Risiko.

Einreise: Gelbfieber nur nach Aufenthalt in Risikogebieten

Wer direkt aus Deutschland nach Namibia fliegt, muss laut Auswärtigem Amt (AA) keine Impfung nachweisen. Anders ist es, wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit waren. Dann verlangt Namibia von allen Personen ab neun Monaten eine Gelbfieberimpfung. Namibia selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Relevant wird das bei Kombinationsreisen, etwa wenn Sie vorher ein Land mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko besuchen oder über ein solches Land mit langem Aufenthalt anreisen. Klären Sie in diesem Fall rechtzeitig, ob Sie die Impfung brauchen. In Deutschland gibt es sie nur in zugelassenen Gelbfieber-Impfstellen, Einzelheiten erklärt der Ratgeber Gelbfieberimpfung. Viele Reisende kombinieren Namibia außerdem mit Südafrika, dort gelten eigene Regeln.

Empfohlene Impfungen laut Auswärtigem Amt

Die Tabelle oben auf dieser Seite fasst die Empfehlungen zusammen. Zur Einordnung:

  • Für alle Reisenden: Hepatitis A und Polio. In Namibia wurde Polio (cVDPV-2) nachgewiesen, das AA rät zu einem vollständigen Impfschutz. Für Aufenthalte über vier Wochen sehen WHO-Vorgaben zudem eine Impfung in einem bestimmten Zeitraum vor der Ausreise vor. Ob das für Sie gilt, klärt Ihre Praxis.
  • Nach individueller Indikation: Hepatitis B, Tollwut und Typhus.
  • Meningokokken und Cholera: in der Regel nicht notwendig. Eine Meningokokken-Impfung kann laut AA bei Ausbrüchen oder einfachem Reisestil mit engen sozialen Kontakten sinnvoll sein.
  • Standardimpfungen: Halten Sie die Impfungen nach STIKO-Kalender aktuell. Das AA hebt den Schutz gegen Masern besonders hervor.

Tollwut wird in Namibia vor allem über Hunde übertragen. Impfstoffe und Immunglobuline sind laut AA im Land nicht oder nur sehr begrenzt erhältlich. Wer zeltet, abgelegen unterwegs ist oder mit Tieren arbeitet, sollte die Impfung deshalb vor der Reise besprechen. Mehr dazu im Ratgeber Tollwut auf Reisen.

Malaria: Wo und wann ein Risiko besteht

Malaria ist in Namibia stark regional und saisonal verteilt. Über 99 Prozent der Fälle sind Malaria tropica. Laut AA und DTG gilt:

Gebiet Malariarisiko
Caprivi-Streifen (Zambezi), Osten von Kavango East, Norden von Kavango West, Osten von Ohangwena ganzjährig hoch
Übriger Norden einschließlich Etosha, große Teile von Kunene, Städte wie Tsumeb und Grootfontein September bis Mai hoch, Juni bis August mittel
Westliche Regionen von Kunene ganzjährig mittel
Südliche Landeshälfte mit Windhuk, Namib-Wüste und gesamter Küste malariafrei

In den Jahren 2025 und 2026 stiegen die Malariafälle in einigen Gebieten im Norden und Nordosten laut AA stark an. Für Gebiete mit hohem Risiko hält das AA zusätzlich zum Mückenschutz eine vorbeugende Einnahme von Medikamenten für sinnvoll. Für Gebiete mit mittlerem Risiko, die mehr als 48 Stunden von einer Einrichtung mit Malariadiagnostik entfernt sind, empfiehlt es die Mitnahme einer Notfallselbstbehandlung. Welche Lösung zu Ihrer Route passt, klären Sie ärztlich. Grundlagen erklärt der Ratgeber Malaria-Schutz.

Schützen Sie sich im Norden besonders in der Dämmerung und nachts: lange Kleidung, Mückenschutzmittel, nachts ein Bettnetz. Fieber während oder nach der Reise sollten Sie immer ärztlich abklären lassen und dabei auf den Aufenthalt im Norden Namibias hinweisen.

Was von der Reiseart abhängt

Reiseart Worauf es besonders ankommt
Selbstfahrer-Rundreise nur im Süden und an der Küste kein Malariarisiko, Sonne und Hitze, Versorgung abseits der Zentren eingeschränkt
Rundreise mit Etosha saisonales Malariarisiko, Reisezeit September bis Mai beachten
Caprivi und Okavango-Region ganzjährig hohes Malariarisiko, Schistosomiasis in Gewässern
Camping und Lodges in der Wildnis Zecken, Abstand zu Wildtieren und Hunden, Tollwut
Längere Aufenthalte, Projektarbeit Hepatitis B und Typhus eher Thema, gute Reiseapotheke

Zecken, Tiere, Wasser und Sonne

Zecken übertragen in Namibia afrikanisches Zeckenbissfieber und selten Krim-Kongo-Fieber. Suchen Sie Ihren Körper nach Wanderungen und Pirschfahrten sorgfältig ab. Meiden Sie Kontakt zu Tieren und deren Ausscheidungen. Milzbrand kommt laut AA vor allem im Nordosten und im Caprivi vor und wird durch Kontakt mit erkrankten Huftieren oder deren Kadavern übertragen. Verzichten Sie auf Fleisch unklarer Herkunft und rohe tierische Produkte. In ländlichen Regionen gibt es Giftschlangen.

Nach einem Biss oder Kratzer durch ein Tier waschen Sie die Wunde mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen ärztliche Hilfe. Schistosomiasis kommt vor allem in den nördlichen Provinzen Kavango West, Kavango East und Sambesi vor, auch in fließenden Gewässern. Baden Sie dort nicht in Flüssen und Seen. Achten Sie auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene, denn Reisedurchfall, Hepatitis A und E sowie Typhus treten auch bei Reisenden auf. Die intensive Sonne kann Haut und Augen schädigen, planen Sie Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser für lange Fahrten ein.

Medizinische Versorgung vor Ort

Die Versorgung ist laut AA nicht mit Deutschland vergleichbar. Notfall- und Basisversorgung bieten die großen staatlichen Krankenhäuser und etliche Privatkliniken, abseits der Zentren fehlt oft Fachpersonal. Auf Selbstfahrer-Routen sind Sie oft weit von größeren Orten entfernt. Nehmen Sie eine gut bestückte Reiseapotheke und Ihre regelmäßigen Medikamente mit und schließen Sie eine Reisekrankenversicherung mit medizinischer Evakuierung ab.

Zeitplan: Wann Sie zur Beratung gehen sollten

Planen Sie die reisemedizinische Beratung mit einigen Wochen Vorlauf. Nach STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abgeschlossen sein. Nennen Sie in der Beratung Ihre genaue Route und Reisezeit, denn davon hängt die Malariavorsorge ab. Einen ersten Überblick gibt der Reiseimpf-Check, passende Praxen finden Sie im Verzeichnis für Reisemedizin.

Häufige Fragen zu Namibia

Brauche ich für Namibia eine Gelbfieberimpfung?

Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, muss laut Auswärtigem Amt ab neun Monaten eine Impfung nachweisen. Namibia selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Gibt es in Namibia Malaria?

Ja, aber nur im Norden. Laut AA und DTG ist das Risiko im Caprivi-Streifen und Teilen von Kavango und Ohangwena ganzjährig hoch, im übrigen Norden einschließlich Etosha saisonal. Die südliche Landeshälfte mit Windhuk, Namib-Wüste und Küste ist malariafrei.

Welche Impfungen brauche ich für eine Selbstfahrer-Rundreise?

Das AA empfiehlt allen Reisenden Hepatitis A und Polio. Bei Camping, längerer Reisedauer oder möglichem Tierkontakt sind zusätzlich Tollwut, Hepatitis B und Typhus Thema. Die Entscheidung treffen Sie in der reisemedizinischen Beratung anhand Ihrer Route.

Wann sollte ich mich beraten lassen?

Mit einigen Wochen Vorlauf. STIKO und DTG empfehlen, Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor der Abreise abzuschließen. Führt Ihre Route in den Norden, braucht auch die Malariavorsorge eine ärztliche Planung.