Europa und Naher Osten
Reiseimpfungen für die Türkei: Pflicht, Empfehlungen und Gesundheit vor Ort
Für Türkei gilt bei der Einreise: Kein Nachweis vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt für alle Reisenden Hepatitis A, je nach Reiseart kommen weitere Impfungen hinzu. Malaria: Kein bekanntes Risiko.
Redaktion promovax.eu · Stand Okt. 2026 · Quellen: Auswärtiges Amt, WHO, DTG
Türkei auf einen Blick
Einreise: Gelbfieber-Nachweis
Kein Nachweis vorgeschrieben
Die Türkei verlangt laut WHO keinen Gelbfieber-Impfnachweis, und im Land besteht kein Übertragungsrisiko. Eine Gelbfieberimpfung ist für Reisen in die Türkei nicht erforderlich.
Malaria
Kein bekanntes Risiko
Laut WHO-Länderliste ist die lokale Übertragung unterbrochen, seit 2010 wurden keine im Land erworbenen Fälle gemeldet, und es besteht kein Malariarisiko. Auch das AA nennt kein Malariarisiko, eine Vorbeugung ist nicht empfohlen.
Weitere Gesundheitshinweise
- Durchfallerkrankungen sind häufig, das AA rät zu Wasser sicheren Ursprungs und sorgfältiger Lebensmittelhygiene.
- Selten kommen Krim-Kongo-Fieber, Leishmaniose, Brucellose und Tuberkulose vor.
- In großen Städten kann Luftverschmutzung zu Beschwerden führen.
- Behandlungen in Privatkliniken können deutlich teurer sein als in Deutschland; klären Sie Kosten möglichst vorab und prüfen Sie vor Schönheitseingriffen Qualifikation, Kosten und Nachsorge sorgfältig.
Keine Dosierungen oder Impfschemata: Was für Sie infrage kommt, klärt die reisemedizinische Beratung.
Für eine Reise direkt aus Deutschland in die Türkei ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt als Reiseimpfung Hepatitis A sowie aktuelle Standardimpfungen nach dem STIKO-Impfkalender, insbesondere einen ausreichenden Schutz gegen Masern. Bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition kommen Hepatitis B und Tollwut hinzu. Ein Malariarisiko besteht laut WHO nicht, eine Gelbfieberimpfung ist nicht nötig.
Einreise: keine Pflichtimpfungen
Laut Auswärtigem Amt sind für die direkte Einreise aus Deutschland keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Die WHO-Länderliste führt für die Türkei keinen Gelbfieber-Impfnachweis auf, und im Land besteht kein Übertragungsrisiko für Gelbfieber. Das Auswärtige Amt äußert sich zu Gelbfieber nicht ausdrücklich. Reisen Sie aus einem anderen Land weiter in die Türkei, etwa im Rahmen einer längeren Rundreise, fragen Sie bei der Beratung gezielt nach den Regeln für Ihre Route.
Empfohlene Impfungen nach Reiseart
Reisemedizinisch ist die Türkei ein unkompliziertes Ziel. Die Übersichtstabelle auf dieser Seite zeigt, was für alle Reisenden gilt und was nur nach individueller Abwägung. Die folgende Einordnung hilft, die eigene Reise einzuschätzen.
| Reiseart | Typische Fragen für die Beratung |
|---|---|
| Badeurlaub an der Türkischen Riviera oder der Ägäis | Hepatitis A, Standardimpfungen, Sonnen- und Hitzeschutz |
| Städtereise nach Istanbul | Hepatitis A, Standardimpfungen, Luftqualität |
| Rundreise ins Landesinnere, etwa nach Kappadokien | Hepatitis A, Lebensmittelhygiene, Versorgung auf dem Land |
| Familienbesuch oder Langzeitaufenthalt | zusätzlich Hepatitis B und Tollwut besprechen |
| Geplante medizinische Behandlung | Qualifikation, Kosten, Nachsorge und Versicherungsschutz klären |
Für alle Reisenden
Hepatitis A wird über verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser übertragen. Das Auswärtige Amt nennt die Impfung als Reiseimpfung für die Türkei. Prüfen Sie außerdem Ihre Standardimpfungen wie Tetanus, Diphtherie und Masern. Das Auswärtige Amt hebt den Masernschutz ausdrücklich hervor, bei Ihnen und bei Ihren Kindern. Details zu den Grundimpfungen finden Sie im Ratgeber Standardimpfungen für Erwachsene.
Bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition
Hepatitis B und Tollwut empfiehlt das Auswärtige Amt bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition. Das betrifft etwa Menschen, die länger bei Familie oder Freunden leben, beruflich mit Tieren zu tun haben oder abseits touristischer Gebiete unterwegs sind. Meiden Sie grundsätzlich den Kontakt zu streunenden Hunden und Katzen. Nach einem Biss oder Kratzer waschen Sie die Wunde sofort mindestens 15 Minuten mit Seife und Wasser aus und suchen umgehend ärztliche Hilfe. Hintergründe erklärt der Ratgeber Tollwut auf Reisen. Ob eine dieser Impfungen für Sie sinnvoll ist, können Sie mit dem Reiseimpf-Check vorab einschätzen.
Malaria und andere Infektionen
Laut WHO-Länderliste ist die lokale Malaria-Übertragung in der Türkei unterbrochen. Seit 2010 wurden keine im Land erworbenen Fälle gemeldet, ein Malariarisiko besteht nicht, und eine Vorbeugung wird nicht empfohlen. Auch das Auswärtige Amt nennt kein Malariarisiko.
Selten kommen laut Auswärtigem Amt Tuberkulose, Leishmaniose, Krim-Kongo-Fieber und Brucellose vor. Für Urlauberinnen und Urlauber an der Küste stehen diese Erkrankungen nicht im Vordergrund. Wer sich viel in ländlichen Gebieten aufhält, sollte sich nach Aufenthalten im Freien nach Zecken absuchen und auf Rohmilchprodukte verzichten. Die HIV-Inzidenz ist laut Auswärtigem Amt sehr gering, ein grundsätzliches Übertragungsrisiko besteht trotzdem, Kondome schützen.
Durchfall und Hygiene
Durchfallerkrankungen sind die häufigsten Reisebeschwerden in der Türkei. Die meisten lassen sich mit einfacher Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermeiden. Das Auswärtige Amt rät:
- Trinken Sie nur Wasser sicheren Ursprungs, kein Leitungswasser.
- Nutzen Sie möglichst auch zum Zähneputzen Trinkwasser.
- Halten Sie Fliegen von Speisen fern und waschen Sie sich vor dem Essen die Hände.
Gegen Reisedurchfall gehört eine passende Ausstattung in die Reiseapotheke. In großen Städten kann Luftverschmutzung zu Beschwerden führen, informieren Sie sich bei Atemwegserkrankungen über aktuelle Werte.
Medizinische Versorgung vor Ort
In den Großstädten und touristischen Regionen hat sich die medizinische Versorgung laut Auswärtigem Amt deutlich verbessert, auf dem Land ist sie oft nicht mit westeuropäischen Standards vergleichbar. Bei einem Unfall oder einer ernsten Erkrankung empfiehlt das Auswärtige Amt die Notaufnahme eines Universitätsklinikums.
Kosten und Versicherung
Gesetzlich Versicherte sollten sich vor der Abreise von ihrer Krankenkasse das Formular A/T 11 ausstellen lassen, einen Auslandskrankenschein nach dem deutsch-türkischen Sozialversicherungsabkommen. Für Selbstzahler gilt: Behandlungen in Privatkliniken können deutlich teurer sein als in Deutschland, und eine Vorleistung, etwa per Kreditkarte, ist üblich. Klären Sie Art und Kosten einer Behandlung möglichst vorab und zahlen Sie nur auf Grundlage detaillierter Rechnungen. Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend eine private Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport.
Schönheitseingriffe und geplante Behandlungen
Vor planbaren Eingriffen, vor allem in der ästhetischen Chirurgie, rät das Auswärtige Amt zu gründlicher Information. Prüfen Sie die Qualifikation des Personals, die Akkreditierung der Einrichtung, die Kosten und die Nachsorge sorgfältig. Krankenkassen übernehmen Korrekturen in der Regel nicht.
Wann Sie die Beratung einplanen sollten
Für einen Badeurlaub genügt oft ein Termin, um Hepatitis A und fehlende Standardimpfungen zu besprechen. Laut STIKO und DTG sollten Reiseimpfungen spätestens zwei Wochen vor Reisebeginn abgeschlossen sein. Bei längeren Aufenthalten lohnt sich ein früherer Termin. Wer die Türkei mit anderen Zielen kombiniert, etwa mit Ägypten, sollte alle Stationen in die Beratung mitnehmen. Eine Praxis mit reisemedizinischem Schwerpunkt finden Sie im Verzeichnis Reisemedizin.
Häufige Fragen zu Türkei
Brauche ich für die Türkei Impfungen?
Vorgeschrieben ist bei direkter Einreise aus Deutschland keine Impfung. Das Auswärtige Amt empfiehlt eine Impfung gegen Hepatitis A und aktuelle Standardimpfungen nach STIKO, insbesondere gegen Masern.
Gibt es in der Türkei Malaria?
Nein. Laut WHO-Länderliste ist die lokale Übertragung unterbrochen, seit 2010 wurden keine im Land erworbenen Fälle gemeldet, und eine Vorbeugung wird nicht empfohlen.
Was ist das Formular A/T 11?
Das ist ein Auslandskrankenschein nach dem deutsch-türkischen Sozialversicherungsabkommen, den gesetzlich Versicherte vor der Reise bei ihrer Krankenkasse erhalten. Laut Auswärtigem Amt sichert er Behandlungskosten in der Regel ab, ersetzt aber keine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport.
Quellen
- Auswärtiges Amt: Türkei, Reise- und Sicherheitshinweise (Gesundheit) (Stand unverändert gültig seit 14.10.2026)
- WHO: International Travel and Health, Country List (vaccination requirements and WHO recommendations) (Stand 2022, revidiert 2023)
- RKI: Epidemiologisches Bulletin 27/2026, Reiseimpfempfehlungen von STIKO und DTG (Stand 02.07.2026)